Red Bull setzt auf altbewährtes


Ein kleiner Nasenhöcker mit Luftlöchern, kaum Änderungen und noch kein sexy Name: Ganz unspektakulär ist am Montag mit einem knapp 90-sekündigen Internet-Spot der neue Dienstwagen RB8 von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel vorgestellt worden. Details an Vettels noch namenloser "Lady" waren dort kaum erkennbar, doch eines scheint sicher: Nach dem überragenden Jahr 2011 setzt Red Bull von allen Teams am ehesten auf altbewährtes.

"Ein paar Dinge haben sich geändert. Aber es ist nicht so, als sei das ganze Auto neu", sagte Vettel, der sich im neuen Auto direkt zurechtfand: "Es ist nicht so, als müsste man die Gebrauchsanweisung 1:1 durchlesen." Nach der Winterpause brennt der zweimalige Weltmeister auf die erneute Titelverteidigung. "Darauf hat man den ganzen Winter gewartet", sagte er nach der internen Vorstellung im Red-Bull-Hauptquartier in Milton Keynes und schickte gleich auch einen spitzbübischen Gruß an Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, der eine erneute Red-Bull-Dominanz befürchtete: "Ich hoffe, dass seine Befürchtungen eintreten."

Einen Namen für sein neues Auto hat Vettel noch nicht gefunden. "Wir sind aber auf der Suche", sagte er: "Jegliche Bewerbungen sind willkommen. Letztes Jahr haben wir erst am Mittwoch vor dem ersten Rennen den Namen festgelegt. Ich glaube, dieses Jahr sollten wir etwas früher sein." In den vergangenen beiden Jahren hatten ihn "Luscious Liz" ("Leckere Liz") und "Kinky Kylie" ("Scharfe Kylie") zum Titel getragen.

Der RB8 trägt keinen so extremen Nasenhöcker wie die neue "rote Göttin" aus Maranello. "Unser Auto ist nicht so hässlich wie der Ferrari", hatte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko schon angekündigt. In eine ähnliche Richtung, aber nicht ganz so radikal wie die Scuderia gingen auch Sauber und Lotus, die mit ihren neuen Kreationen C31 und E20 am Montag in Jerez sogar schon auf der Strecke gingen. Bei Lotus feiert Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen sein Comeback im "schönsten hässlichen Auto", wie es Technikdirektor James Allison am Montag formulierte.

So richtig hübsch ist Vettels neue Freundin aber auch nicht. "Wir haben mehr oder weniger die gleiche Chassisform beibehalten. Aber man musste die Nase tiefer legen, sodass wir, ganz ähnlich wie die meisten anderen Teams, eine etwas hässlich aussehende Nase haben", sagte Red-Bull-Design-Guru Adrian Newey: "Wir haben versucht, das Aussehen so gut wie möglich zu stylen, aber man würde das Auto bei anderen Regeln natürlich nicht so designen." Markant sind die frontseitigen Lufteinlässe, die Newey in die Höcker geschnitzt hat.

Die Ziele sind für Teamchef Christian Horner "ganz einfach. Wir wollen beide Titel in der gleichen Art und Weise verteidigen, wie wir sie 2011 gewonnen haben." Da aber der Vorteil des von Red Bull perfektionierten von Auspuffgasen angeblasenen Diffusors wegfällt, erwartet Vettel, dass "das ganze Feld ein bisschen näher zusammenrückt."

Vettel wird erst am Donnerstag erstmals ins Auto steigen. Das Privileg der Jungfernfahrt mit dem neuen RB8 wird bei den ersten offiziellen Tests in Jerez am Dienstag Teamkollege Mark Webber genießen. McLaren mit den beiden Ex-Weltmeistern Jenson Button und Lewis Hamilton hatte am 1. Februar sein neues Auto präsentiert, Ferrari und Force India zogen am Freitag nach. In Jerez folgte am Montag nach Sauber und Lotus am Abend noch Toro Rosso, wo auch das neue Fahrer-Duo Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne den ersten Auftritt fürs Team hatte.

Mercedes präsentiert den neuen Silberpfeil für Michael Schumacher und Nico Rosberg erst beim zweiten Test am 21. Februar in Barcelona. Die Formel-1-Saison beginnt am 18. März mit dem Großen Preis von Australien in Melbourne. Diesem Tag fiebert auch Räikkönen nach zwei Jahren Abstinenz entgegen. Er sei froh, wieder in der Formel 1 zu sein, die direkten Duelle Mann gegen Mann habe er in der Rallye-WM vermisst, erklärte der 32 Jahre alte Finne, 2012 einer von gleich sechs Weltmeistern im Feld. "Die Formel 1 ist das höchste Level im Motorsport, jeder will hier sein", sagte Räikkönen.


Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!